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Gedanken zum Jubiläum
Bei der Erstellung dieser Festschrift wurden viele Erinnerungen wach. In den ersten Jahren wuchs das Schulzentrum explosionsartig, 1978 wurden 1680 Schülerinnen und Schüler von 110 Lehrerinnen und Lehrern in 32 Klassenräumen und 25 Fachräumen unterrichtet, es war eine "Massenschule".
Überwiegend junge Kolleginnen und Kollegen mit keiner oder nur geringer Berufserfahrung und den Idealvorstellungen pädagogischer Tätigkeit wurden von einer rauen Wirklichkeit überrascht. Heute hat unser Schulzentrum ca. 500 Schülerinnen und Schüler, dies ist eine überschaubare Größe, die von allen an Schule Beteiligten als wohltuend empfunden wird. Aber immer dann, wenn wir glaubten, unsere Arbeit in Ruhe verrichten zu können und neue Ideen verwirklichen wollten, gab es in all den Jahren neue Überraschungen aus dem Rembertiring. Veränderungen in der Behördenstruktur, das neue Schulverwaltungs- und Schulgesetz, die wirtschaftlichen Autonomie, Erhöhung der Pflichtstundenzahl und der Klassenfrequenzen sowie die Aufhebung des Halbgruppenunterrichts sind die Antworten auf knappe Haushaltskassen und nicht eine Reaktion auf veränderte Bedingungen für Kinder und Jugendliche. Für mich ist es blanker Zynismus zu sagen, dass KollegInnen mit über 50 Jahren besonders innovativ sein sollen, weil die eigenen Kinder erwachsen seien und das Haus gebaut sei (so Frau Senatorin Kahrs). Ich bin davon überzeugt, dass alle Lehrerinnen und Lehrer unseres Schulzentrums engagiert unterrichten und sich intensiv um die Sorgen der Schülerinnen und Schüler kümmern, dennoch fehlen uns junge KollegInnen, die mit neuen Ideen und neuem Schwung unsere Arbeit bereichern würden.
In all den Jahren der gemeinsamen Arbeit, der gemeinsamen Konflikte und der gemeinsamen Feiern ist mir immer die persönliche Beziehung zu allen an Schule Beteiligten am wichtigsten gewesen, deshalb freue ich mich besonders auf das Wiedersehen mit den Ehemaligen.
Mein Dank gilt allen, die für das 25-jährige viele Ideen entwickelten und zusätzliche Arbeit nicht nur klaglos, sondern mit viel Freude übernahmen. Unsere Veranstaltungen - Ehemaligentreffen, Feierstunde und Tag der offen Tür - wünsche ich eine hohe Beteiligung, uns selbst viel positive Resonanz. |
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Grußwort von W. Henschen
Seit 25 Jahren gibt es ein Schulzentrum der Sekundarstufe 1 im Stadtteil Horn: Schulzentrum Vorkampsweg = Schulzentrum Horn-Oberneuland = Schulzentrum an der Ronzelenstraße. Hinter dem Namenswechseln stehen Situationen des Streitens für den Erhalt eines anerkannten Schulstandorts, errungener Positionen und gewonnenen Ansehens. So war die Horner Sek.1-Schule ungewollt, aber mit Kreativität und Überzeugungskraft einige Male eine gute Schule öffentlich gelebter demokratischer Streitformen.
Das Schulzentrum an der Ronzelenstraße feiert sein Jubiläum in einer Zeit vieler solcher Jubiläen: Mitte der 70er Jahre wurden in Bremen zahlreiche Schulzentren gegründet als Manifestation einer Schulpolitik, die wohnortnah moderne Angebote realisieren wollte, und einer Bildungspolitik, die ein integriertes Schulwesen im Auge hatte, im damaligen Schulgesetz als Entwicklungsziel formuliert. In der Entstehungsphase kritisch beäugt, in der Ausstattung nie verwöhnt ist an der Ronzelenstraße ein integrierter Wahlpflichtbereich aufgebaut worden, der noch heute ein Markenzeichen der Schule ist.
Die Sekundarstufe 1 mit ihren zwei Stufen, drei Bildungsgängen und drei Schulformen (Schulzentrum, Gesamtschule, durchgängiges Gymnasium) ist bildungspolitisch immer eine heikle, umstrittene Zone gewesen. Die Auseinandersetzungen um ihre Gestalt und Entwicklung hatten immer auch eine gesellschaftspolitische Dimension und die Entwicklungen sind nicht geradlinig verlaufen, sie zehrten an Motivation und Kräften. Der Wille des Kollegiums und der Schulleitung, für Eltern und ihre Kinder attraktiv zu bleiben, eine pädagogische Alternative zu bilden, hat die Bemühungen um das Profil der Schule bis heute erfolgreich bestimmt. Zunächst fremden, von außen gesetzten Aufgaben hat das Kollegium seine pädagogische Verantwortung nicht versagt. Die aufgenommene Kooperation mit der Schule am Rhododendronpark belegt dies.
Seit langem ist das Schulzentrum an der Ronzelenstraße auch Schule im Stadtteil und das ganz besonders durch sein Schulleben: Projektwochen, Schulfeste, musikalische Ereignisse und natürlich das Theater geben nicht nur dem Schuljahr Struktur, sondern sind auch kulturelle Ereignisse für den Stadtteil.
Zum Jubiläum also die besten Wünsche und die Ermutigung, aus den hier ja nur angedeuteten Leistungen aus 25 Jahren Selbstbewusstsein und Zutrauen für die zukünftige Arbeit zu schöpfen, für den Alltag wie für die Feste. Das eine wie das andere kostet Kraft, braucht Unterstützung und Anerkennung. So sei dieses Grußwort auch und zuerst als ein offizielles Dankeschön verstanden. |
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Schulzentrum an der Ronzelenstraße feiert 25jähriges Jubiläum
Das Schulzentrum an der Ronzelenstraße feierte im 1999 Jahr sein 25jähriges Bestehen. Am Donnerstag werden die Festaktivitäten mit einem Spielfest der Orientierungsstufe begonnen. Es folgt dann am Freitagabend das Ehemaligentreffen. Am Sonnabend wird in einer Feierstunde (11Uhr Aula) auf die sehr wechselvolle Geschichte der Schule zurückgeblickt. Anschließend feiert die ganze Schule mit vielen Darbietungen bis in den Nachmittag hinein. Eine Tombola mit vielen Gewinnen wartet auf die Besucher.
Das Schulzentrum an der Ronzelenstraße wurde 1974 als Schulzentrum am Vorkampsweg gegründet. Die Gründung wurde begleitet von heftigen bildungspolitischen Diskussionen. In einem Schulzentrum wurden zum ersten Mal in der Stadt Bremen die Bildungsgänge Hauptschule, Realschule und Gymnasium in einem Gebäude untergebracht. Vor allem die Anhänger des traditionellen durchgängigen Gymnasiums kritisierten diese neue Schulform, die in Bremen in den 70iger Jahren durchgesetzt wurde.
1984 sah dann das Schulschließungskonzept des damaligen Bildungssenators Franke die Schließung der Schule vor. Mit Demonstrationen und Schulbesetzung wehrten sich die Schüler, Eltern und Lehrerschaft, unterstützt von einer breiten Öffentlichkeit im Stadtteil. Da die Bildungsbehörde augenscheinlich den Widerstand gegen die Schließung der Schule unterschätzt hatte, wurde die ?Rochade? beschlossen: Gebäudetausch zwischen dem Gymnasium Horn an der Ronzelenstraße und dem Schulzentrum am Vorkampsweg. Hier kam der Widerstand vor allem vom Gymnasium Horn, das seinen alten Standort nicht aufgeben wollte
Die Behörde setzte sich durch. Am 30.06.1986 wurde der Gebäudetausch vollzogen. Das ehemalige Schulzentrum am Vorkampsweg hieß nun Schulzentrum an der Ronzelenstraße. Dabei blieb es nicht. 1987 wurde das Schulzentrum Horn .- Oberneuland mit den Standorten Rockwinkel und Ronzelenstraße gegründet. An beiden Schulstandorten war man sich einig, dass diese Konstruktion in der Praxis nicht funktionieren würde. 1988 sah die Bildungsbehörde ihren Irrtum ein und gab den beiden Schulstandorten in Horn und Oberneuland die Selbständigkeit wieder.
Im Oktober 1991 brannte bei Dachdeckerarbeiten die Schulturnhalle ab. Abriss und Wiederaufbau der Halle verzögerten sich. Aus Protest gegen die Verschleppung hielt die Schule auf der LESTRA ? Kreuzung eine Sportstunde ab. Im November 1995 war es dann soweit. Der Neubau der Schulturnhalle wurde mit einer großen Sportshow im Februar 1996 eingeweiht. Weitere bauliche Veränderungen auf dem Gelände der Schule werden noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht. Die Schule am Rhododendronpark (Schule für Geistigbehinderte) erhält einen Anbau, der auch für das Schulzentrum zwei Klassenräume enthält. Schulzentrum und Sonderschule kooperieren seit einigen Jahren.
Das Schulzentrum an der Ronzelenstraße hat zu seinem Jubiläum eine Chronik erstellt. Sie kann über die Schule bezogen werden. |
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