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Presseinformation zum Thema "Virtuelles Wasser"
"Wie viel Wasser steckt in einer Jeans?"


Das Projekt „Virtuelles Wasser“ in der Oberschule Ronzelenstraße.

In der vergangenen Woche erfuhren zwei Geografie-Grundkurse der Oberschule an der Ronzelenstraße, dass 10.850 Liter Wasser für die Herstellung von einer Jeans und 140 Liter für eine fertige Tasse Kaffee benötigt werden.

Referent Benjamin Kuhlmann vom Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz) erklärt den Schülerinnen und Schülern: „In afrikanischen Ländern, in denen wasserintensiver Kaffee angebaut wird, sterben jedes Jahr Menschen an Wassermangel."
Das Projekt „Virtuelles Wasser“ wurde vom biz in Kooperation mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Bremen entwickelt und wird vom Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa gefördert. Das Projekt ist ein Beitrag zur „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ und sensibilisiert Jugendliche für globale Zusammenhänge.

Die Jugendlichen erfahren, dass „Virtuelles Wasser" der Begriff ist, der angibt, welche Menge Wasser in einem Produkt enthalten oder zur Fertigung eines Produkts verwendet wird. 65 bis 70 Prozent des globalen Süßwasserverbrauchs können allein auf die Landwirtschaft zurückgeführt werden. Bei der Erzeugung von Fleisch ist nicht nur Trinkwasser für die Tiere notwendig, sondern auch die Bewässerung von Futterpflanzen. Die Bilanz des Wasserverbrauchs ist von Region zu Region zu unterschiedlich.
Der individuelle Wasserverbrauch von Konsumenten kann somit nicht nur am direkten Wasserverbrauch für Getränke, Duschen oder Autowaschen festgemacht werden. Er liegt im Bundesdurchschnitt bei 127 Liter pro Kopf und Tag. Ein Bundesbürger verbraucht darüber hinaus etwa 4.000 Liter „virtuelles Wasser“ am Tag. Und dieses Wasser wird häufig dort verbraucht, wo es besonders knapp ist.
Die Schüler des Geografiekurses sind erstaunt. „Ich bin Leistungssportler und dusche dreimal am Tag, aber dabei kommen doch niemals 4.000 Liter zustande“, meinte Felix und Björn ergänzte: „Diese Menge kann doch nur bei den vielen Golfplätzen in Spanien oder Griechenland entstehen!“

Das Projekt „Virtuelles Wasser“ begibt sich auf die Spuren dieses unglaublichen Wasserverbrauchs und beschäftigt sich mit Fragen wie: Wo kommt das Wasser her? Wo geht das Wasser hin? Wie ist das Wasser verteilt? In vier Kleingruppen erarbeiten die Jugendlichen anhand der Themenschwerpunkte Baumwolle, Nahrungsmittel, Tourismus und Wasser-Fußabdruck die Fragestellungen und geben ihr Wissen als Experten weiter an ihre Mitschüler im Plenum. Großes Erstaunen rief die Aussage hervor, dass 1 kg Rindfleisch 15.550 Litervirtuelles Wasser verbraucht, dass heißt ein Hamburger „kostet“ 2.400 Liter Wasser. „Hat man erst einmal diese Hintergründe des direkten und indirekten Wasserbrauchs verstanden, ist jetzt doch relativ klar, dass ich auf 4.000 Liter pro Tag komme, zumal ich gern Fast Food und Fleisch esse“, meinte Torsten.

„Und denkt mal an unsere Klamotten, Jeans, Pullover alles aus Baumwolle, was dabei an „virtuellem Wasser“ verbraucht wird!“, fasste Finja ihre Ergebnisse zusammen. „Aber wir können doch auch nicht nackt herumlaufen, irgendwo ist doch auch eine Grenze, oder?“ meinten Annika und Anna. Die Arbeitsergebnisse wurden kontrovers diskutiert, jeder Schüler wird seine eigenen Schlüsse ziehen müssen, wo er an Wasser sparen kann. Die Sensibilität wurde aber durch dieses Projekt geweckt.

 

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